Du hast dein erstes digitales Produkt erstellt – oder planst es zumindest. Und dann kommt die Frage, über die viele erst stolpern, wenn sie mittendrin stecken: Wie lasse ich das eigentlich bezahlen?
Die gute Nachricht: Es gibt mehrere Möglichkeiten. Die etwas weniger gute: Sie unterscheiden sich nicht nur im Preis, sondern auch im Aufwand, in der rechtlichen Verantwortung und darin, wie viel du dich selbst um den Hintergrund kümmern musst.
In diesem Artikel bekommst du einen ehrlichen Überblick über die wichtigsten Wege, digitale Produkte zu verkaufen – damit du weißt, was wirklich zu dir und deinem Business passt, bevor du dich entscheidest.
Möglichkeit 1: Direkt über ein Zahlungsgate (z.B. PayPal oder Stripe)
Darum geht es in diesem Blogartikel
Toggle- Möglichkeit 1: Direkt über ein Zahlungsgate (z.B. PayPal oder Stripe)
- Möglichkeit 2: Ein Shop-System (z.B. Shopify oder WooCommerce)
- Möglichkeit 3: Eine dedizierte Verkaufsplattform (z.B. ThriveCart oder Ablefy)
- Möglichkeit 4: Ein Reseller (z.B. Digistore24 oder CopeCart)
- Fazit: Welche Variante passt zu dir?
- Dein nächster Schritt
Der einfachste Einstieg: Du legst dein Produkt direkt bei einem Zahlungsanbieter wie PayPal oder Stripe an und verlinkst den Kauflink auf deiner Seite.
Was spricht dafür: Die Gebühren sind vergleichsweise gering – für ein erstes Produkt oder einen einfachen Verkaufsstart durchaus eine Option.
Was du wissen musst: Es wird keine Rechnung automatisch erstellt. Das heißt, du musst dich selbst darum kümmern – entweder manuell oder über ein Buchhaltungstool wie Billbee. Außerdem liegt die Verantwortung für die korrekte Steuer vollständig bei dir. Verkaufst du nur in Deutschland, ist das überschaubar. Sobald du ins Ausland verkaufst, gelten unterschiedliche Steuersätze – das solltest du vorher klären.
Auch die Sales Page und Produkttexte musst du komplett selbst aufsetzen. Das Zahlungsgate kümmert sich nur um die Transaktion, nicht um die Präsentation deines Angebots.
Passt für: Erste Produkte, einfache Setups, wer den Aufwand bewusst klein halten will.
Möglichkeit 2: Ein Shop-System (z.B. Shopify oder WooCommerce)
Wer mehrere Produkte verkauft oder einen strukturierten Shop möchte, kann auf Systeme wie Shopify oder WooCommerce zurückgreifen. Die Zahlung läuft dann in der Regel ebenfalls über Stripe oder PayPal im Hintergrund.
Was spricht dafür: Ein Shop macht Sinn, wenn du viele verschiedene Produkte hast oder auch analoge Produkte wie Bücher, Journals oder Kartensets anbietest – weil du dort auch ein Warenwirtschaftssystem hast und genau weißt, was auf Lager ist.
Was du wissen musst: Auch hier wird keine Rechnung automatisch erstellt. Du brauchst entweder eine Verknüpfung mit deinem Buchhaltungstool oder ein separates Tool wie Billbee. Die monatlichen Kosten für Shop-Systeme sind nicht zu unterschätzen. Für rein digitale Produkte ohne physischen Warenanteil ist ein Shop oft mehr Aufwand als nötig.
Passt für: Wer neben digitalen auch physische Produkte verkauft oder wirklich viele verschiedene Angebote hat.
Möglichkeit 3: Eine dedizierte Verkaufsplattform (z.B. ThriveCart oder Ablefy)
Tools wie ThriveCart oder Ablefy (früher Elopage) sind speziell für den Verkauf digitaler Produkte gebaut – kein klassisches Shop-System, sondern eine eigene Verkaufsplattform. Beide bieten inzwischen auch eine integrierte Kursplattform an, je nach Tarif.
Der Unterschied zwischen den beiden: ThriveCart ist als Einmalkauf erhältlich, Ablefy läuft über ein monatliches Abo. Bei Ablefy gibt es außerdem eine Besonderheit: Du kannst dort sowohl auf eigene Rechnung als auch als Reseller verkaufen – dazu mehr im nächsten Abschnitt.
Was spricht dafür: Keine oder deutlich geringere Provision pro Verkauf – das klingt verlockend, besonders bei höheren Umsätzen. Wenn du regelmäßig und in größerem Umfang verkaufst, rechnet sich das irgendwann. Wer ohnehin eine Kursplattform braucht, hat mit Ablefy und auch Thrivecart beides in einem.
Was du wissen musst: Der Anschaffungspreis bzw. die monatlichen Kosten sind nicht zu unterschätzen. Außerdem bist du weiterhin selbst für Rechnungsstellung und Steuern verantwortlich – das wird gerne übersehen. Bei vielen Verkäufen in einem Monat kann der buchhalterische Aufwand erheblich sein, weil jeder einzelne Verkauf in der Buchhaltung erfasst werden muss.
Meine Empfehlung: Rechne vorher durch, ab wann sich die Investition wirklich lohnt. Wer ein solches Tool anschafft und dann überrascht feststellt, dass Rechnungsstellung und Steuern trotzdem selbst erledigt werden müssen, hat eine teure Lektion gelernt – die sich mit etwas Vorbereitung leicht vermeiden lässt.
Passt für: Wer bereits regelmäßig verkauft, höhere Umsätze hat und die buchhalterische Seite selbst im Griff hat oder delegiert.
Möglichkeit 4: Ein Reseller (z.B. Digistore24 oder CopeCart)
Das ist meine persönliche Lieblingsvariante – und die, die ich selbst nutze. Beim Reseller-Modell verkaufst du dein Produkt nicht selbst, sondern der Anbieter verkauft es in seinem Namen. Du bist der Ersteller, nicht der Verkäufer.
Digistore24 und CopeCart sind die bekanntesten reinen Reseller im deutschsprachigen Raum. Ablefy – wie oben erwähnt – bietet ebenfalls ein Reseller-Modell an, ist aber durch die Kursplattform-Funktion und die monatlichen Kosten ein etwas anderer Fall.
Was das bedeutet: Du gibst Produktbeschreibung, Preis und alle relevanten Infos an. Der Reseller kümmert sich um alles andere: Zahlungsabwicklung, Rechnungsstellung, Steuern, Mahnwesen. Wenn ein Kunde nicht zahlt – nicht dein Problem. Wenn ein Käufer aus dem Ausland kommt und andere Steuersätze gelten – auch nicht dein Problem.
Die Kosten: Die Provision ist höher als bei direkten Zahlungsgates – das ist der Preis für die Bequemlichkeit. Aber: Du zahlst nur, wenn du auch verkaufst. Keine laufenden Fixkosten, und den Mehraufwand kannst du schlicht in deinen Preis einrechnen.
Wichtiger Hinweis für Kleinunternehmer: Auch wenn du normalerweise keine Umsatzsteuer ausweist, gilt beim Reseller trotzdem Mehrwertsteuer – weil nicht du, sondern der Reseller verkauft. Das solltest du deinen Käufern kommunizieren, besonders wenn sie es bisher nicht von dir gewohnt sind.
Was viele abschreckt: Die Produktgenehmigung. Weil der Reseller in eigenem Namen verkauft, prüft er dein Produkt vorher. Das klingt aufwendig – ist es aber meistens nicht, wenn man weiß, worauf es ankommt. Für alle, die da unsicher sind, habe ich eine Reseller-Checkliste zusammengestellt, die genau zeigt, was du für eine reibungslose Genehmigung brauchst.
→ [Hier die kostenlose Reseller-Checkliste herunterladen]
Weitere Vorteile: Affiliate-Programme und Joint-Venture-Kooperationen lassen sich über Reseller besonders einfach umsetzen – einfacher als bei den meisten anderen Varianten.
Passt für: Alle, die unkompliziert starten wollen, keinen Buchhaltungsstress mögen und sich lieber auf ihr Produkt als auf den Verkaufsprozess konzentrieren.
Fazit: Welche Variante passt zu dir?
Es gibt keine universell richtige Antwort – aber es gibt eine, die zu deiner Situation passt.
Kurz zusammengefasst:
- Zahlungsgate (PayPal/Stripe): Günstig und einfach für den Start – aber du kümmerst dich selbst um Rechnungen und Steuern.
- Shop-System (Shopify/WooCommerce): Sinnvoll bei vielen Produkten oder wenn du auch physische Waren verkaufst.
- Dedizierte Plattform (ThriveCart/Ablefy): Keine oder geringe Provision, aber Investition und Verwaltungsaufwand lohnen sich erst ab einem gewissen Umsatzvolumen.
- Reseller (Digistore24, CopeCart): Höhere Provision, aber maximale Entlastung – besonders empfehlenswert für den Einstieg und für alle, die unkompliziert verkaufen wollen.
Mein Tipp: Für ein erstes digitales Produkt ist ein Reseller oft der entspannteste Weg. Wer wachsen will und den Aufwand kennt, kann später immer noch wechseln oder kombinieren.
Dein nächster Schritt
Du möchtest über einen Reseller verkaufen, bist aber unsicher bei der Produktgenehmigung?
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Oder schreib mir direkt: hallo@christianelach.de

